Im Jahr 2018 hat die Selbsthilfegruppe regelmäßig jeden Dienstag im Kulturzentrum Lagerhalle Osnabrück ihre Gruppentreffen durchgeführt. Dabei wurde über vielfältige Themen und Probleme von GruppenteilnehmerInnen gesprochen, z. B. über schwierige Wohnsituationen, Kontakt und Zusammenarbeit mit Angehörigen, Tagesstruktur, Arbeitssituationen, Erfahrungen mit Psychiatern und Psychopharmaka, Austausch über Aufenthalte in unterschiedlichen Kliniken. Mindestens zweimal im Monat haben sich die aktiveren Teilnehmer zusätzlich zum Arbeitskreis Psychiatriepolitik zusammengefunden, um weitere Aktivitäten zu besprechen und zu planen.

Drei Ansprechpartner der Selbsthilfegruppe standen immer wieder als telefonische Anlaufstellen für Erstkontaktsuchende und für Menschen in Krisen zur Verfügung und haben zudem Anfragen, die uns per Mail erreichten, bearbeitet.

Der Trialog (Austausch auf gleicher Augenhöhe zwischen Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und professionell in der Psychiatrie Tätigen über verschiedene Psychiatriethemen) wurde fünfmal organisiert und durchgeführt. Die Themen im Jahr 2018 waren:

· Posttraumatische Belastungsstörung

· EX-IN-Genesungsbegleiter im Einsatz

· Behandlung von akuten Krisen auf offenen Stationen

· Recovery - die Bedeutung von Hoffnung für die Wiedergenesung nach psychischen Krisen

· Dschungel Psychotherapie - Arten der Behandlung und die Wege dahin

Außerdem haben wir vor dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eine Protestveranstaltung gegen Missstände im Maßregelvollzugszentrum Moringen durchgeführt, weil dort ein ehemaliges Gruppenmitglied über sechs Monate in eine Isolierzelle ohne Außenkontakte eingesperrt wurde. Außerdem sind uns weitere Missstände bekannt.

Regelmäßig nehmen Vertreterinnen und Vertreter unserer Gruppe an den Sitzungen des Sozialpsychiatrischen Verbundes (PAR Osnabrück) teil und vertreten dabei die Belange der Betroffenen. Mit der gleichen Zielsetzung haben sich TeilnehmerInnen unserer Selbsthilfegruppe mehrmals jährlich mit Vertretern des AMEOS Klinikums getroffen. Zudem ist unsere Selbsthilfegruppe durch eine Gruppenteilnehmerin im Trauma Netzwerk Osnabrück vertreten und sie hat an den regelmäßigen Treffen des Netzwerkes teilgenommen.

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit haben wir einige Pressemitteilungen verschickt, unseren Internetauftritt aktualisiert und Gruppenflyer verteilt.

Bei einer Fortbildungsveranstaltung der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück hat ein Gruppenteilnehmer die Sicht der Psychiatrie-Erfahrenen dargestellt und einen Erfahrungsbericht gegeben.

Einige Gruppenteilnehmerinnen und –teilnehmer nahmen an überregionalen Tagungen zu verschiedenen Psychiatriethemen, z. B. zu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zur beruflichen Integration, zu Elektrokrampftherapie, zum Normalitätsbegriff, zu EX-IN, zu Recovery, zu den Rechten von Psychiatriebetroffenen und zum Maßregelvollzug teil. Nachfolgend wurde jeweils bei unseren Gruppentreffen darüber berichtet und diskutiert.

Wir haben zudem Freizeitaktivitäten unternommen, wie z. B. Restaurantbesuche, Wanderungen und Besuch des Weihnachtsmarktes.

   
© psychiatrie-erfahrene-os.de